Sonntag, 20. November 2016

Der Spaßvogel - Özdemir Asaf - Şakacı

seit jahren habe ich diesen blog hier vernachlässigt, wollte aber mit einem gedicht mal kurz vorbei schauen. es gehört einem meiner lieblingsdichter, özdemir asaf. und ich denke, weil das gedicht mich so gut beschreibt, habe ich es so sehr ins herz geschlossen. 

ich muss zugeben, es war schwierig zu übersetzen, zumal asaf unheimlich schöne und clevere wortspiele benutzt, deren bedeutung zweierlei sein könnten.  
z.b. bei der zeile "das spiel, dass er spielt" könnte auch neben dieser bedeutung auch diese haben "ist es ein spiel" oder gar "wenn es ein spiel ist, dass er spielt." doch ich habe versucht das meist lyrisch klingende zu wählen. denn wie der eine türkische dichter can yücel immer zu sagen pflegte, ein gedicht kann nicht üersetzt werden, man kann es nur von neuem schreiben. ich stimme ihm zu. hoffentlich gefällt euch meine version.

anbei gebe ich auch die orginal version für meine bilingualen leser, falls ich noch welche haben sollte. 


Der Spaßvogel
Es lacht und lächelt ein Spaßvogel,

Lässt lachen und in Gedanken versinken
Stockt ab und an, wendet seinen Blick,
Was er sagt, was er verschweigt...
Oder, verbirgt er einen sehr schmerzvollen Scherz,
Nur zum Scherz,
In eine einfache Dunkelheit...
Das Spiel, das er spielt,
Das er im Leben spielt,
Lebt er das Spiel,
Das er im Spiel erlebt,
Das Leben er spielt...
Als ob er lebt, als ob er spielt.
Erzählt Geschichten als ob gewesen,
Beendet mit glücklichem Ende,
Geht heim und weint.



Güler, gülümser bir şakacı, 
Güldürür,düşündürür, 
Arada-bir durur, gözleri dalar, 
Neler söyler, neler susar.. 
Yoksa, çok acı bir şakayı 
Şakadan da olsa, 
Çok yalın bir karanlığa mı saklar.. 
Oynadığı oyunsa, 
Yaşamda oynadığı, 
Oyununu mu yaşar.. 
Oyunda yaşadığı, 
Yaşamını mı oynar.. 
Yaşarcasına, oynarcasına. 
Öyküler anlatır olmuşcasına, 
Sonunu mutlu bağlar, 
Gider evinde ağlar.

Donnerstag, 28. März 2013

Neue Beziehung

Weiß der Geier, warum ich nach so langer Zeit mal wieder das Bedürfnis habe Deutsch zu schreiben. Na klar, weiß ich warum, denn so können es einige nicht lesen, die es nicht lesen sollen und ich kann mich nach Herzenslust ausheulen.
Tja, wie der Titel bereits sagt, ich habe eine ganz frische Beziehung. Und wie es so mit der Beziehungskiste ist, habe ich bereits auch einige kleine Krisen hinter mir. Aber anscheinend bin ich die Einzige, die diese Krisen überhaupt erlebt, denn der andere in der Kiste, hat von gar nichts eine Ahnung. Erstens, weil ich nichts sage, zweitens, weil ich mir nicht sicher bin, ob ich überhaupt schon rumnörgeln darf. Wann darf man eigentlich damit anfangen? Wie lange muss die Beziehung sich entwickeln, um endlich mal Klartext reden zu dürfen? Ich kann jetzt sicherlich manche von euch laut rufen hören "Natürlich gleich zu Anfang! Wenn man nicht schon am Anfang die Meinung sagt, dann sollte man gar nicht erst damit anfangen, wenn es dann schon zu spät ist." Ihr mögt ja Recht haben. Aber irgendwie möchte ich eben nicht diejenige sein, die mit dem Nörgeln anfängt.
Wir sind jetzt erst "offiziell" seit fast drei Wochen zusammen. Und schon bin ich versetzt worden. Seines Geplauders zu entnehmen war, dass es sich aufgrund der Arbeit war. Herausgestellt hatte sich aber, dass er sich mit einer Person zum Essen traf. Hmm, darf ich ihn jetzt annörgeln? Na ja, ich habe es aber nicht. Anstatt dessen, habe ich den darauffolgenden Abend, an dem er dann kommen wollte, abgesagt. So werden wir uns zwei Wochen nicht sehen können, weil er dann verreisen muss.
Warum um Gottes Willen halte ich mich so zurück?!
Auf der einen Seite, habe ich natürlich die Befürchtung, es würde jetzt, wo es doch so neu angefangen hat, in die Brüche gehen. Auf der anderen Seite: vielleicht sollte ich doch erst mal abwarten wohin das alles geht. Vielleicht bin ich doch nur etwas überempfindlich und male mir gleich aus, dass er mir nicht den gleichen Wert gibt, dem ich ihn verleihe.

Ja mal sehen, wohin es geht!



Samstag, 19. Mai 2012

muse

ich bin die muse aller götTer
vom allerfeinsten ein Traum
der den Männern das weinen bringt
oh du süßer wEin!

aber weh o dir,
du jüngling in mir aus dem fernSehen!
zerbrich mIch nicht
Ersatzteile führen nicht in den himmEl
hinab

denn so sprach zarathustra
bevor er auferstand
und sich in seinen Klossetten-traum hinauswarf
wie Heidegger einst...

auch kAnt hat mich übersehen,
kritisieren ist gottes verNunft
doch husserl hätte mir fast die fersen verdrehen

ich bin das nichts der menschHeit.
vergiss mein...

Dienstag, 15. Mai 2012

liebe

lieb mich nicht
wer bin ich nicht

ich kann nicht.

wer kann denn schon ich

Schlaf ist Emine auf dem See
ich bin nur eine kleine Karte
ein Gruß an die
Menschheit

so jetzt muss ich mich auf den weg machen
mein liebster lasst Grusen

Gott konnte in mir sein

deine Hand auf meiner See
schwimme ich wie ein Delfin

ich fliege wie ein Herz
nur fliegen kann
ohne Geld und Mut
ohne Mann

Montag, 7. Mai 2012

Lakritzeria

Was für ein Himmel auf Erden für Lakritze muss wohl dieser Laden namens Lakritzeria sein. Schon die Fotos machen einen Apetit drauf. Ein lieber Freund hat mir heute die Link gesendet und da konnte ich es mir nicht entgehen lassen, kurz Reklame zu machen. Nicht, dass mir jemand dafür was bezahlt.
Und ein Jammer dass ich nicht in Berlin wohne, ich würde sofort mal dahin. Würden die vielleicht auch in die Türkei was senden?

Sonntag, 26. Februar 2012

sonntag sonnentag

ein sonniger tag im winter. draußen scheint die sonne, wärmt die , ruft, lädt ein mit einer schüchternen art.
ich habe frei, gehe spazieren. alleine. die küste ist voll mit familien, nirgendwo ein ruhiger platz. überall ist ein gerummel und getummel. ein mann schreit energisch am telefon, versucht seinem gegenüber vergebens etwas zu erklären und nimmt uns das letzte vogelgezwitscher. familien haben bereits ihre runden gedreht, ruhen sich in den straßencafés aus, lassen sich fotografieren, trinken und denken an ihr perfektes leben mit kindergeschrei und wohnungsraten. liebespaare, arm in arm, die verträumt die familen anschauen. freunde gehen
ab und zu einzelgänger wie ich. sehen den anderen hinterher, vermissen sie die geselligkeit oder fühlen sie eher wie der verfasser dieses textes? sind sie etwa auch nur beobachter eines sonntages, der unendlich scheint.

Freitag, 30. September 2011

meine Prüflinge und ich

prüfe gerade B1 Lerner. da sie gerade einen Brief schreiben müssen, warum blogge ich nicht und leide unter ihrer schreibmühe mit? kaum gedacht schon getan! na ja, mit dieser neuen app macht es auch Spaß -nein, wie furchtbar! klingt ja schon richtig wie Werbung!-
ist schon merkwürdig so als Prüfungsaufseherin zu arbeiten. an sich dürfte ich mich jetzt nicht mit etwas anderem beschäftigen...
es regnet draußen, Herbst lässt sich bemerkbar machen. ist schon ein hoher Ansatz zur Melancholie, denn im Hintergrund hört man auch passendes Klaviergeklimper, was die dunkle Stimmung so richtig in Fahrt bringt.
und ich würde lieber irgendwo im nassen Schottland sitzen als jetzt im nassen Istanbul. alles erinnert mich nur an Schottland zur Zeit. kann man sich in nur einer Woche in ein Land verlieben? ich bin es!